Ausstellungsgestaltung, Cultura e. V.
Butter Vieh Vernichtung
Info
„Butter, Vieh, Vernichtung – Nationalsozialismus und Landwirtschaft im Allgäu” zeigt, wie Bäuer:innen, Viehhändler:innen und andere Menschen auf dem Land in das System der Nationalsozialisten hineingezogen, von ihm verfolgt wurden oder es unterstützten.
Fotografie: Anja Köhler, SUED







Szenografie-Konzept
Projektleiterin Veronika Heilmannseder und ihr Team haben unzählige historische Zeugnisse zusammengetragen und in fünf Themen gebündelt, die wir als Grundlage für unser Szenografie-Konzept aufgreifen. Als zentrale Gestaltungselemente wählen wir handelsübliche, mit Holzplatten bestückte Bauzäune und Paletten, die wir zu „Stube“, „Stall“, „Dorfplatz“, „Produktionsort“ und „Gewaltort“ gruppieren. Auf den Wänden stellen wir ganz unterschiedliche Exponate zusammen: Reproduktionen von Plakaten, Anschlägen, Dokumenten und Fotos lassen sich großflächig aufkleistern; Faksimile, originale Dokumente, sowie Objekte werden gerahmt und dazu collagiert.








Vermittlungsebenen
Der dokumentarischen Dichte der Ausstellung begegnen wir mit deutlichen Vermittlungsebenen, die einen niedrigschwelligen, kompakten Einstieg oder das detaillierte Eintauchen in Themenkomplexe ermöglicht. Die Szenografie vermittelt zwischen historischer Forschung und persönlicher Auseinandersetzung: Ein QR-basiertes Audioformat macht Biografien von Opfern per Smartphone hörbar; ein Zeitzeugenfilm vertieft die emotional berührenden Eindrücke. Am Ende der Ausstellung lädt eine Reflexionswand ein, eigene Gedanken zu hinterlassen. So schafft die Ausstellung Zugänge zur NS-Thematik, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Empathie wecken und zu verantwortungsvollem Handeln ermutigen.




















„Kälberhalle”
Die rohe Anmutung der Ausstellungsarchitektur — Paletten, Gitter und Bauzaun-System — verweisen subtil auf Gewalt und Kontrollmechanismen des NS-Systems und wirken auf den 800 qm der geschichtsträchtigen Halle 2 der Allgäuhalle besonders: Die „Kälberhalle” war zunächst Viehversteigerungshalle, später Zwangsarbeiterlager und Außenlager des KZ Dachau.
Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert. Und wird in den kommenden Jahren an weiteren Standorten im Allgäu und darüber hinaus zu sehen sein.




